Faktencheck: 6 hartnäckige Mythen zu Voice over IP aufgelöst

Christian Rupitsch
3. Mai 2017

Faktencheck: 6 hartnäckige Mythen zu Voice over IP aufgelöst

Christian Rupitsch
3. Mai 2017

Faktencheck 6 hartnäckige Mythen zu Voice over IP (VoIP)


Telefonieren über das Internet? Zu diesem Thema kursieren eine Reihe an „alternativen Fakten“ online und in unseren Köpfen. Doch spätestens seit der Einführung der Internet-Telefonie über Skype und WhatsApp ist die Voice-over-IP-Technologie in der Gegenwart angekommen. Auch die Mehrheit der Unternehmen telefoniert mittels Cloud-Telefonanlagen bereits über All-IP-Netze. Welche 6 VoIP-Irrtümer sich trotzdem hartnäckig halten und was an ihnen dran ist, erfahren Sie hier!


Die Technologie, über das Internet zu telefonieren, gibt es schon seit über 20 Jahren. Gerade in den letzten Jahren treiben große Netzbetreiber – wie die Deutsche Telekom oder Swisscom – die Entwicklung voran, indem sie die Umstellung ihrer Endkundenanschlüsse auf VoIP (Voice over IP) forcieren. Viele Vorteile der neuen Technologie, wie schnellere Datenübertragung und niedrigere Kosten, freuen natürlich auch die Endkunden.

Das Ziel der Deutschen Telekom, alle Kundenanschlüsse bis Ende 2019 auf All-IP umzustellen, spricht für sich. Die Zukunft hat bereits begonnen und es ist nur eine Frage der Zeit, bis die VoIP-Telefonie auch in allen Haushalten und Unternehmen hierzulande Einzug hält. Es ist also an der Zeit, vom herkömmlichen Festnetz über ISDN Abschied zu nehmen und mit den häufigsten Irrtümern zur VoIP-Technologie aufzuräumen!
 

Die 6 häufigsten Irrtümer zur VoIP-Telefonie
 

Mythos Nr. 1: Die Sprachqualität ist deutlich schlechter als über ISDN.

Die Sprachqualität bei Telefonaten zwischen zwei Teilnehmern wird durch mehrere Faktoren beeinflusst – etwa durch das Endgerät bzw. den sogenannten Client (Computersoftware, die mit dem Server kommuniziert). Verwendet man ein qualitativ hochwertiges Tischgerät mit eingebautem High Definition (HD) Voice Chip, schließt man störende Effekte bereits hier aus.

Telefoniert man hingegen mit einem PC-Client und Headset, sollte man besonders auf die Qualität der Hardware achten. Setzen Sie eher auf kabelgebundene Kopfhörer statt auf drahtlose Technologie. Falls doch nötig, bevorzugen Sie bei Drahtlos-Umgebungen den DECT-Funkstandard gegenüber dem derzeit noch störungsanfälligeren Bluetooth-Standard.

Gute VoIP-Systembetreiber setzen die besten Codecs ein, die der herkömmlichen ISDN-Telefonie in nichts nachstehen – beispielsweise Opus oder den G.722. Letzterer ist der Standard bei HD-Telefonie und wird etwa bei VoIP-Anschlüssen der Deutschen Telekom eingesetzt. Um störende Einflussfaktoren eines allenfalls eingebundenen WLAN-Netzes ausschließen zu können, ist es ratsam, hier eine technische Optimierung (z. B. die Erhöhung des Frequenzbereichs von 2,5 MHz auf 5 MHz) vorzunehmen.

Lesen Sie hier noch mehr zu diesem Thema: Sprachqualität bei IP-Telefonie - So beheben Sie Probleme!
 

Mythos Nr. 2: Mein Internet ist dafür zu langsam.

In Zeiten, in denen wir ganz selbstverständlich Filme in Full HD streamen und gleichzeitig durch Facebook scrollen, ist langsames Internet fast kein Thema mehr. Mit Datenraten jenseits der 10 MBit / Sekunde – selbst in Mobilfunknetzen – und den neuesten Standards 4G, LTE und 5G gibt es keine Ausrede mehr, nicht auch noch über die Internetleitung zu telefonieren.

Zur Übertragung der Sprache empfehlen die meisten Anbieter, 100 KBit pro Sekunde je gleichzeitigem Telefonat zu reservieren. Mit „Quality of Service“ gewährleistet man darüber hinaus, dass die Sprachpakete für den Datenverkehr bevorzugt werden, wenn die eigene Leitung doch einmal etwas „überlastet“ sein sollte. Unternehmen, die auf Nummer sicher gehen wollen, beziehen zusätzlich zum VoIP-Angebot noch einen eigenen Anschluss, über den die Sprachpakete getrennt vom restlichen Internetverkehr geroutet werden.


Mythos Nr. 3: VoIP funktioniert nur intern bzw. zu anderen VoIP-Nutzern.

Bei den ersten VoIP-Anrufen in den 90er-Jahren des letzten Jahrhunderts war es wirklich so, dass nur Teilnehmer miteinander telefonieren konnten, die denselben VoIP-Client am Arbeitsplatz nutzten. Im Zeitalter von Skype sind diese Zeiten lange vorbei.

Es ist schließlich im ureigenen Sinn jedes VoIP-Anbieters, keine technischen Einschränkungen zwischen seinem VoIP-Netz und dem öffentlichen Telefonnetz vorzugeben. Je mehr User miteinander kommunizieren können, desto mehr wird sein Netz folglich genutzt.

Da interne Calls fast immer kostenlos sind, verdienen die VoIP-Anbieter oftmals nur noch an netzübergreifenden Anrufen. Das ist natürlich ein schlagendes Argument für sie, den Kunden Calls ins öffentliche Telefonnetz (PSTN) zu erlauben.
 
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Mythos Nr. 4: Mit meinem alten PC geht das nicht.

Zum Telefonieren via VoIP reicht ein handelsüblicher PC, Laptop oder ein Tablet mit Lautsprechern und Mikrofon. Den technologisch notwendigen Teil zur Wandlung der Sprache in VoIP-Technologie übernimmt im Normalfall eine vom Hersteller angebotene Software.

Diese wird am Computer installiert und beinhaltet ein sogenanntes Softphone – eine Software zum Steuern der Telefonfunktionen (Abheben, Auflegen, Halten, Konferenzschaltung, usw.). VoIP-Anbieter liefern die Software meist auch in Versionen, die auf Smartphones mit den gängigen Betriebssystemen Android oder IOS einsetzbar sind.

Ob Ihnen das Telefonieren mit PC und Headset angenehm vorkommt, ist Geschmackssache. Die Vorteile, wie „hands free“ zu telefonieren, konkurrieren mit Nachteilen anderer Art – beispielsweise mit der Frage: „Wie telefoniere ich, wenn der Laptop abgeschaltet ist?“. Unsere heutige „Always on“-Mentalität neutralisiert diesen Nachteil jedoch gewichtig.



Mythos Nr. 5: Voice over IP ist nicht sicher.

Wie bei jeder modernen Technologie sollte auch bei VoIP natürlich ein Auge auf Sicherheit gelegt werden. Das Mithören von Live-Telefonaten ist aber selbst für einen fachmännisch ausgebildeten Kriminellen keine einfache Übung. Anbieter verschlüsseln oftmals die Anrufe mit S-RTP (Secure Real-Time Transport Protocol) vom Client bis zum VoIP-System im Rechenzentrum. An dieser Stelle wäre es nur noch für einen technisch versierten Mitarbeiter des VoIP-Anbieters selbst möglich, den Call mit- oder nachträglich anzuhören.

Die Sprachpakete bei Telefonaten innerhalb der Firma laufen aus ressourcentechnischen Gründen in den meisten Fällen nicht über den VoIP-Anbieter. Sie verlassen das Netz des Kunden also gar nicht erst. Legen Sie demnach bei Ihren Sicherheitsüberlegungen Ihren Fokus eher auf die eigenen Nutzer! Zu einfache Standardpasswörter der Telefone und Zugänge sind mitunter das häufigste Problem von Betrug und Schaden, der im Zusammengang mit VoIP-Technologie entsteht. Das trifft jedoch genauso auf andere Bereiche des digitalen Geschäftslebens, wie E-Mails, Konten oder Betriebssysteme zu.


Mythos Nr. 6: Das können nur Nerds!

Diese Aussage stimmte im Jahr 2000 wohl noch. Heute schafft es aber fast jeder, über Skype oder WhatsApp zu telefonieren. Auch die Bedienoberflächen der VoIP-Anbieter sind ein wesentliches Stück einfacher und leichter zu bedienen geworden. Selbst die Konfiguration eines klassischen Ringrufs in der Firma ist heute wirklich keine Hexerei mehr.



Die Zukunft: Telefonieren über einen Button in Google Chrome


Google hat mit dem Chrome Browser erstmals ein für den Massenmarkt taugliches WebRTC (Web Real-Time Communication)-System implementiert. Dabei steuert der User die Telefonfunktionen wie Abheben, Wählen, Halten oder Auflegen nur noch über Schalterbuttons im Browserfenster! Der Browser als Standardsoftware am Rechner steuert dann das Mikrofon und die Lautsprecher an, sofern der Nutzer zuvor Chrome die einmalige Freigabe erteilt hat. Es ist darüber hinaus keine Installation weiterer Hard- oder Software nötig.

Zukunft des Telefonierens: WebRTC
WebRTC von einem Anbieter in Google Chrome (Musterbeispiel)


Ein möglicher Anwendungsfall von WebRTC ist beispielsweise folgender:

Ein Webshop-User eines Reiseanbieters hat noch eine Frage zum gebuchten Hotel – ist der Zugang barrierefrei möglich? Dazu will er gerne mit einem Agenten sprechen. Er drückt dazu unmittelbar im Webshop einen Knopf – und der Chrome Browser baut einen VoIP-Call ins Callcenter auf. Der Anruf wird dort in die passende Agentengruppe mit den dazu notwendigen Fähigkeiten geroutet. Dem Agenten wird beim Entgegennehmen des Anrufs sogar jene Website gezeigt, die der Kunde gerade geöffnet hatte. Viel einfacher und effizienter geht es im Kundenservice nicht mehr!
 

Fazit:


Nach über 20 Jahren VoIP im Praxistest kann man festhalten, dass die gar nicht mehr so neue Technologie nun etabliert ist und erfolgreich beim Endkunden ankam. Skype und seit kurzem auch WhatsApp seien an dieser Stelle lobend als Vorreiter erwähnt. Aber machen Sie sich doch selbst ein Bild von der Alltagstauglichkeit der VoIP-Telefonie: Testen Sie jetzt kostenlos die VoIP-Telefonanlage von yuutel 

Mehr zur All-IP-Umstellung und den konkreten Vorteilen für Ihr Unternehmen lesen Sie auch in unserem kostenlosen Whitepaper:


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Über den Autor

Christian Rupitsch

Solutions Consultant bei yuutel

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