VoIP-Telefonie

Ping-Anrufe: So schützen Sie Ihr Unternehmen vor Abzocke am Telefon

1. März 2022
3 min. Lesezeit
Christian Rupitsch

Christian Rupitsch

Solutions Consultant bei yuutel

Ping-Anrufe – eine alte Betrugsmasche, die immer wieder in Wellen über das Land schwappt und auch für Unternehmen erhebliche Kosten verursachen kann.  Kriminelle hinterlassen dabei nach einmaligem Klingeln einen Anruf in Abwesenheit und verleiten den Angerufenen damit zum Rückruf – auf teure Mehrwertnummern. Aus aktuellem Anlass zeigen wir Ihnen hier, woran Sie einen Ping-Anruf erkennen und wie Sie Ihr Unternehmen davor schützen können!

Neben Fake-Anrufen und Phishing-Versuchen am Telefon gibt es noch einen weiteren betrügerischen Telefon-Trick, der immer wieder verstärkt auftritt und für hohe Mehrkosten sorgt: Sogenannte Ping-Calls.

Bei Ping-Anrufen, auch Lockanrufe genannt, handelt es sich um eine weit verbreitete Betrugsmasche, die meistens Handynutzer/innen betrifft. Man erhält einen sehr kurzen Anrufversuch, der sofort wieder beendet wird. Das Telefon läutet in der Regeln nur einmal. Das alleine reicht aber schon aus, dem angerufenen Teilnehmer einen verpassten Anruf am Endgerät anzuzeigen.

Whitepaper Business-Cloud-Telefonie yuutel

 

Ping-Anrufe: Bei Rückruf Abzocke

Betätigen die Angerufenen nun die Rückruftaste am Telefon, laufen sie Gefahr, entweder eine teure Mehrwertnummer, zu teuren Satelliten-Telefonen oder ins (ferne) Ausland anzurufen. Das kann Kosten von mehreren Euro pro Minute verursachen –die böse Überraschung kommt mit der nächsten Telefonrechnung.

Die Österreichische Rundfunk und Telekom Regulierungs-GmbH, kurz RTR, warnt immer wieder vor solchen Ping-Anrufen. Seit Ende 2021 wurden der RTR in Österreich verstärkt Ping-Anrufe gemeldet. Auch 2022 haben die teuren Lockanrufe wieder Hochkonjunktur. Bei verpassten Anrufen von unbekannten Nummern – vor allem aus dem Ausland – ist besondere Vorsicht geboten.

Können Sie einen verpassten Anruf einer ausländischen Telefonnummer nicht zuordnen – rufen Sie nicht zurück!


Keine Sorge, falls Sie doch einmal schnell genug sein sollten, um einen solchen Lockanruf anzunehmen: In der Regel legen die Betrüger rasch auf.

Die gute Nachricht: Es gibt mehrere Möglichkeiten, Ping-Calls als solche zu enttarnen.

 

So erkennen Sie einen Ping-Anruf

  • Einmaliges Klingeln: Die Anrufer wissen, dass fast niemand so schnell ans Telefon geht. Sie setzen darauf, dass der Angerufene aus Neugierde oder Höflichkeit selbst zurückruft.
  • Wiederholte Anrufe unbekannter Nummern: Wenn Sie auf Ihrem Firmenhandy vermehrt Anrufe unbekannter Nummern bekommen, müssen das nicht zwingend Ping-Anrufe sein. Haben Sie aber Ihre Telefonnummer weder auf der Website, noch auf Ihrer Visitenkarte angegeben, sollten Sie sich den Anruf auf jeden Fall genauer anschauen. Oft hilft eine einfache Google-Suche um herauszufinden, ob hinter dem Anrufer ein Kunde oder Geschäftspartner steckt.
  • Nummern aus dem Ausland: Wenn Sie eine nicht-österreichische/-deutsche Nummer in Ihrer Anrufliste erkennen, sollten Sie vor dem Rückruf überlegen, ob Sie berufliche Kontakte in diesem Land pflegen. Anrufe aus Südamerika sind für Sie höchstwahrscheinlich wenig relevant, wenn Sie Ihre Produkte oder Dienstleistungen nur im D-A-CH- Raum anbieten.
  • Leere Sprachbox: Der Anrufer macht Sie gezielt neugierig. Sollte Sie jemand wirklich erreichen wollen, wird derjenige Ihnen eine Nachricht mit weiteren Informationen auf der Mailbox hinterlassen – oder Sie zu einem anderen Zeitpunkt kontaktieren.
  • Automatisierte Ansagen bei Rückruf: Oft versuchen, die Betrüger ihre Opfer bei Rückruf möglichst lange in einer Warteschleife zu halten – und damit die Anrufkosten weiter zu steigern. Legen Sie in so einem Fall sofort auf!
  • Rufnummern-Liste der RTR: Die RTR sammelt als zentrale Anlaufstelle für Rufnummernmissbrauch alle verdächtigen Telefonnummernbereiche, die mutmaßlich für Ping-Anrufe verwendet werden. Im Zweifelsfall lohnt ein kurzer Blick auf diese Liste.

Melden Sie verdächtige Rufnummern! Haben Sie verdächtige Anrufe oder auch SMS-Nachrichten bekommen, können Sie diese der RTR-Meldestelle Rufnummernmissbrauch (Österreich) oder der Bundesnetzagentur (Deutschland) melden. Haben Sie bereits einen Rückruf getätigt und erhöhte Telefonkosten, kann Sie die RTR mit einem Schlichtungsverfahren unterstützen. Sie sind aber in jedem Fall auf das Entgegenkommen Ihres Telefonanbieters angewiesen.

Auch bei Ping-Anrufen gilt: Vorsicht ist besser als Nachsicht! Treffen Sie also bereits im Vorfeld geeignete Maßnahmen, um Ihr Unternehmen vor teuren Lockanrufen zu schützen.

 

So können Sie Ihr Unternehmen schützen

Für Unternehmen mit einer professioneller Telefonanlage, wie beispielsweise einer cloudbasierten IP-Anlage, bietet das Feature Blocklisting einen effektiven Schutz vor ungewollten Kosten. Dabei ist es egal, ob Sie von Lockanrufern am Festnetz oder am Firmenhandy mit VoIP-App angerufen werden.

1. Inbound-Blocklisting von festgelegten Destinationen

Als ersten Schritt ist es sinnvoll, den Lockanrufer gar nicht zu Ihnen durchzulassen. Damit besteht keine Gefahr der Anzeige eines verpassten Anrufs. Erstellen Sie deshalb Sperrlisten, sogenannte Blocklists, für Ihr Unternehmen. Damit verhindern Sie, dass Sie eingehende Anrufe aus den von Ihnen festgelegten Destinationen erreichen.

Unser Tipp: Wenn Sie zum Beispiel keine Geschäftspartner oder Kunden im asiatischen Raum haben, bietet es sich an, Anrufe aus dieser Destination zu sperren.

 

2. Outbound-Blocklisting von teuren Mehrwertnummern

Die nächste Möglichkeit geht über die Sperre von ausgewählten Destinationen hinaus. Es ist für Unternehmen sinnvoll, teure Mehrwertnummern generell sperren zu lassen. Mitarbeiter/innen können so keine Premium Rate-Nummern anrufen oder Anrufe an derartige Nummern weiterleiten.

Allerdings gibt es auch nützliche kostenpflichtige Dienstleistungen hinter Mehrwertnummern, wie beispielsweise technische Support-Hotlines. Möchten Sie solche Dienste in Anspruch nehmen, können Sie die jeweilige Mehrwertnummer auf eine VIP-Liste, also eine Liste von erlaubten Nummern, setzen. Damit wird es möglich, trotz Mehrwertnummern-Sperre ausgewählte kostenpflichtige Services nutzen.

 

3. Erstellung von Rufprofilen

Rufprofile ermöglichen es dem Administrator des Unternehmens, individuelle Block- und VIP-Lists zu erstellen. Dort können verschiedene Destinationen und Mehrwertnummern gesperrt werden bzw. gezielt einzelne Destinationen oder Services freigegeben werden. Dieses einmalig erstellte Profil wird dann allen Firmenmitarbeiter/innen zugeordnet.

Unser Tipp: Erstellen Sie eigene Rufprofile für einzelne Mitarbeiter/innen, Abteilungen oder ganze Standorte, um die jeweiligen Anforderungen zu erfüllen, dabei aber so viele Destinationen und Mehrwertnummern wie möglich auszuschließen.

 

Fazit: Mit Block- und VIP-Listen gut gewappnet gegen Ping-Calls!


Mittels Block- und VIP-Listing können Sie Ihr Unternehmen unkompliziert und effektiv vor Ping-Anrufen schützen.
Die erfahrenen yuutel Expertinnen und Experten beraten Sie gerne persönlich zum Thema Sicherheit Ihrer Telefonanlage – kostenlos und unverbindlich! Kontaktieren Sie uns unter 0800 240 40 10 oder per Kontaktformular.

Sie möchten mehr über die Vorteile und Möglichkeiten einer VoIP-Telefonanlage erfahren? In unserem kostenlosen Whitepaper geben wir Antworten auf die zehn häufigsten Fragen rund um den Umstieg auf Cloud-Telefonie:

Whitepaper Business-Cloud-Telefonie: Die 10 wichtigsten Fragen & Tipps für den Umstieg auf All-IP!

Sagen Sie uns Ihre Meinung!

Wir beraten Sie gerne persönlich!

yuutel Logo

yuutel GmbH
Leonard-Bernstein-Straße 10
1220 Wien – Österreich
Anfahrtsplan
anfrage@yuutel.at

D-A-CH:  0800 240 40 10
International:  +43 1 2145130
Webanruf:  jetzt starten

Folgen Sie uns!

yuutel Logo

yuutel GmbH
Leonard-Bernstein-Straße 10
1220 Wien – Österreich
Anfahrtsplan
anfrage@yuutel.at

D-A-CH:  0800 240 40 10
International:  +43 1 2145130
Webanruf:  jetzt starten